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Kadett E [1985 - 1992]
Kann man guten
Gewissens zum Kadett E raten? Eigentlich nicht. Die einzige Ausnahme
bildet eigenartiger Weise das Cabrio – vermutlich aufgrund
besserer Pflege und der Tendenz zu reinem Sommerbetrieb. Gerade bei
einem Auto, das derart gerne rostet, wie der Kadett E kann das eine
Gnade sein. Langjährige
Vorbesitzer des Wagens sind häufig Frauen, die auf die
prinzipiell knackige Form und Offenfahren mehr Wert legten als auf
31er Momo-Lenkräder, billige Tieferlegungssätze und
Rennauspuff. Dennoch gilt: es
gibt im unteren Preissegment zahlreiche billige GSI-Exemplare mit
dicken Felgen und harten Federn – Finger Weg! Die
Cabrio-Karosserie verkraftet das nicht.
Der Markt bietet
zahlreiche Einsteiger-Exemplare ab 1000 Euro, die eine Saison offenen
Fahrens schaffen und an den hinteren Radläufen rosten –
das sieht kritischer aus, als es ist, da jede Werkstatt das für
60- 80 Euro beheben kann und jeder, der die Anleitung liest, das
sogar mit Schleifpapier und Grundierung aus dem Baumarkt hinbekommt,
wenn er sich einen sonnigen Sonntag lang Zeit nimmt. Ansonsten rostet
der Kadett E aber auch gerne an jeder beliebigen anderen Stelle –
selbst an Stellen, an denen das beinahe unmöglich erscheint. Gute Exemplare mit
frischem Tüv gibt es ab 1800, richtig gute für 2500. Im
Ruhrgebiet ist die Auswahl auffallend besser. Das Dach des Kadett
ist anfälliger und reißt eher mal hier und da – vor
allem im zweiten großen Knick zeigt es Schwächen. Das
können Golf Cabrio und Escort Cabrio besser. Da letztere ohnehin
für das gleiche Geld zu haben sind, im Kern jedoch bedeutend
robuster sind, sollte man zum Kadett nur bei wirklich guten Angeboten
greifen oder wenn man wirklich sportlich fahren will – dafür
ist der E-Kadett tendenziell besser gerüstet als der Ford
Escort.
Leider wussten das
auch die Vorbesitzer – daher muss man gerade auf Fahrwerk,
Stabilisatoren und Stoßdämpfer genau achten. Da die frühen
Baujahre zudem gerne überhitzen, darf die Probefahrt gerne etwas
länger dauern. Vorsicht, wenn es in
der Gegend der Sitzhalterungen knarzt – dann ist der nächste
Tüv ausgeschlossen, da sich gerade der tiefergelegte geschundene
Kadett gerne im Bereich der Versteifungen in gerne mal im Luft
auflöst. Alles in allem gilt
also: lieber ein paar Euro mehr investieren und zum Nachfolger
greifen, der vor allem im Bereich Rostschutz eine Klasse besser ist.
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